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Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?
Manifest zum Grundeinkommen
von Daniel Häni und Philip Kovce

(Rezension)
 

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Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist die erste postideologische Idee des 21. Jahrhunderts und geht um in Europa. Sie ist sehr beliebt und sehr umstritten: Viele fürchten sich vor dem Grundeinkommen, weil sie um ihre Macht fürchten. Viele sind verunsichert, weil es weitreichende Konsequenzen hat und weil es Mut und ein Umdenken erfordert. Viele bezweifeln, dass die anderen noch etwas tun würden, wenn sie nichts mehr tun müssen.

Worum geht es? Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein neues Grundrecht. Es ist kein zusätzliches, sondern ein grundsätzliches Einkommen und wird in existenzsichernder Höhe, von der Wiege bis zur Bahre, ohne Arbeitspflicht und Bedürftigkeitsprüfung, jedem Einzelnen gewährt.

Die Schlüsselfragen des Grundeinkommens lauten: Was will ich eigentlich tun? Wie will ich tätig sein? Und für wen? Wenn wir uns fragen, was wir eigentlich tun und in der Welt bewirken wollen, dann können wir uns von falschen Abhängigkeiten befreien und freie Verbindlichkeiten eingehen. Wer sich selbst bestimmt, der ist weder darauf angewiesen, dass andere ihn fremdbestimmen, noch darauf, dass er selbst andere fremdbestimmt.

Arbeit ist nicht bloß Erwerbsarbeit, nicht bloß das, was bezahlt wird und was der Arbeitsmarkt oder die Arbeitsämter diktieren. Arbeit ist Tätigkeit – das, was ich tue, wenn ich etwas tue. Arbeit ist Identifikation und Sinnstiftung.

Der Sozialstaat war die Antwort auf die Industrialisierung. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die humanistische Antwort auf die Digitalisierung. Alles, was berechenbar ist, wird automatisiert werden. „Personen, die jetzt administrative Arbeiten erledigen, etwa im Bankensektor, verlieren ihren Job. Klar ist, wir müssen neu denken“, so Klaus Schwab, der Gründer und Chef des World Economic Forums.

95 Thesen zur Befreiung der Arbeit gehören – ein halbes Jahrhundert nach den Thesen zur Befreiung des Glaubens von dem Mönch Martin Luther im Jahr 1517 – ins Jahr 2017. Aus den 95 Thesen möchte ich nur einige davon herausnehmen.

These 2 Neue Tugenden – Statt Fleiß und Gehorsam sind Kreativität und Selbstbestimmung gefragt.

These 10, 11 und 12 sprechen das vorherrschende Menschenbild an. Wir glauben, die anderen seien faul. Wir haben ein Menschenbild von uns selbst und ein Faultierbild von den anderen. Faul sind nicht die Menschen, sondern Menschenbilder.

These 18 und 20 sprechen über Motivation und Anreizsysteme. Anreize sollen dazu führen, dass wir etwas tun, was wir sollen, aber nicht wollen, oder wollen, aber nicht tun. Anstatt nach den Gründen zu fragen, betäuben wir sie mittels Motivationsspritzen. Anreize vergiften das Arbeitsleben.

These 22 spricht die Selbstreflexion an. Je besser ich mich selbst kenne, desto besser kann ich mit anderen zusammenarbeiten.

These 26 beschreibt mein persönliches Lieblingszitat, das Götz Werner, Gründer von dm-drogerie markt: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“

These 29 spricht den Rohstoff des 21. Jahrhunderts an: Kreativität – ihre Quellen sind nachhaltig, solange wir daraus schöpfen.

Thesen 31, 32 und 33 sprechen das Thema Freiheit an. Ich kann tun, was ich will, Ich muss nicht tun, was andere wollen. Ich will nicht bestimmen, was andere tun sollen.

These 44 spricht von der Maßlosigkeit. Wir leiden heute nicht an Knappheit, sondern  an Maßlosigkeiten.

These 67 spricht von der Machtumverteilung – Existenzangst macht ohnmächtig. Existenzsicherung ermächtigt zur Selbstermächtigung.

These 86wer nicht muss, der kann – Es gibt einen wachsenden Bedarf, nicht mehr zu müssen. Das Zwanglose liegt im Trend. Großzügigkeit ist ein Geschäftsmodell. Wer anderen ermöglicht, etwas nicht mehr zu müssen, der ist erfolgreich.

These 89Quantität verliert an Qualität – Bis heute geht es um schneller, höher, weiter. Möglichst alles, möglichst immer. In Zukunft geht es um besser, schöner, echter.

These 95 Das Experiment – Wer tut, was er will und andere nicht daran hindert, zu tun, was sie wollen, der führt das bedingungslose Grundeinkommen ein.

Woher kommt nun die Ablehnung? Zwei Argumente sind dafür ausschlaggebend: Das Grundeinkommen ließe sich nicht finanzieren und die Arbeitsanreize fielen weg. Zur Finanzierbarkeit meinen die Autoren, dass das Grundeinkommen finanziell gesehen ein Nullsummenspiel ist. Was die fehlenden Arbeitsanreize betrifft, so kommen hier faule Kompromisse an die Oberfläche. Wir wollen den anderen noch nicht die Selbstbestimmung zusprechen, die wir für uns selbstverständlich in Anspruch nehmen. Wir wollen noch nicht darauf verzichten, darüber zu bestimmen, was die anderen tun sollen. Wir schließen lieber faule Kompromisse als die Existenzsicherung der anderen bedingungslos zu garantieren. Wir trauen uns gegenseitig noch nicht zu, ohne faule Kompromisse voranzukommen. Wir behindern uns gegenseitig, anstatt uns gegenseitig zu befreien. Das ist verhängnisvoll. Indem wir „aufgeben“ es für andere besser zu wissen, ermächtigen wir andere zur Selbstermächtigung und beenden die Bevormundung. Wer die anderen „aufgibt“, der handelt sich den Vorwurf ein, asozial zu sein. Dabei ist genau dies das höchste soziale Ziel: die Persönlichkeit des anderen nicht verändern, sondern verstehen zu wollen.

Die pragmatischen Anzeigen für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens mehren sich. Viele Silicon-Valley-Unternehmen fragen sich bereits jetzt, wie sie ihre Produkte verkaufen können, wenn ihre Kunden nicht mehr arbeiten müssen.

Wer weiterhin auf das Hamsterrad setzt, der setzt auf das falsche Pferd. Wir brauchen nicht Zuckerbrot und Peitsche, sondern Phantasie. Wir wollen nicht dressiert, sondern beflügelt werden. Das bedingungslose Grundeinkommen verleiht Flügel.

Mein Fazit: Letztendlich geht es darum, einen Schritt in der menschlichen Entwicklung zu gehen und ein neues Menschen- und Weltbild zu entwerfen, das besser geeignet ist, um mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können. Letztendlich geht es darum, die  Menschen von der Fremdbestimmung zu befreien. Freiheit und Selbstermächtigung geht mit Selbstverantwortung einher. Wie Menschen mit der Freiheit umgehen, das kann nur in einem Experiment herausgefunden werden. Letztendlich geht es darum, ein Experiment zu wagen, damit offene Fragen Antworten finden können.

 

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