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Die integrale Weltsicht

als nächste Entwicklungsstufe des menschlichen Bewusstseins

(aus dem Buch: "Reinventing Organizations" von Frederic Laloux)
 

Die menschliche Entwicklung geht weiter!

Im Laufe der Geschichte hat die Menschheit mehrere Male die Art und Weise, wie Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu arbeiten, neu erfunden und dabei jedes Mal ein weitaus überlegenes Organisationsmodell geschaffen. Diese Organisationsformen waren mit der jeweils vorherrschenden Weltsicht und dem bestimmenden Bewusstsein verbunden … so Frederic Laloux in seinem Buch „Reinventing Organzations. Jetzt stehen wir wieder vor einem Paradigmenwechsel - wir bewegen uns gerade in das integrale Paradigma (was Abraham Maslow als „Selbstverwirklichung“ bezeichnete) hinein.

Die Entwicklungsstufen des menschlichen Bewusstseins

Das menschliche Bewusstsein entwickelt sich in aufeinanderfolgende Stufen, durch plötzliche Transformationen, so wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird. Die jeweils höhere Stufe ist dabei nicht besser als die früheren, sondern sie ist „komplexer“ in ihrem Umgang mit der Welt. Jede Stufe ist für bestimmte Kontexte angemessen. Das haben eine große Anzahl von Historiker, Anthropologen, Philosophen, Mystiker, Psychologen und Neurowissenschaftler herausgefunden. Vereinfachend hier die Entwicklungsstufen:

1.  Das reaktive Paradigma (Instinkt)

Dies ist die früheste Entwicklungsstufe der Menschheit, die etwa die Zeit von 100.000 bis 50.000 v. Chr. umfasst, als wir in kleinen Familiengruppen lebten. Die Nahrungssuche ist die Grundlage des Überlebens. Neugeborene Babys leben etwa aus dieser Stufe heraus. (0,1 % der erwachsenen Bevölkerung, 0 % der Macht)

2. Das magische Paradigma (Magie)

Vor etwa 15.000 Jahren bewegten sich die kleinen Familiengruppen zu Stämmen. Ursache und Wirkung können kaum nachvollzogen werden, deshalb ist die Welt voller Geister und Magie. Die Menschen leben meist in der Gegenwart und es gibt kaum Projektionen in die Zukunft. Heute wird diese Stufe typischerweise von Kindern im Alter von etwa 24 Monaten erfahren. (10 % der Bevölkerung, 1 % der Macht)

3. Das tribale impulsive Paradigma (Macht)

Vor ungefähr 10.000 Jahren entstanden die ersten Stammesfürstentümer, anfänglichen Imperien und Organisationsformen. Das Ego ist vollkommen ausgebildet und die Menschen haben ein Selbstgefühl, das völlig getrennt von anderen und der Welt ist. Auf dieser Stufe wird die Welt als ein gefährlicher Ort gesehen, wo die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse davon abhängt, dass man stark und widerstandsfähig ist. Die Währung in dieser Welt ist Macht. Hier beginnt in großem Ausmaß die Sklaverei. Das tribale Paradigma ist sehr passend für eine feindliche Umgebung: Schlachtfelder, Bürgerkriege, „gescheiterte Staaten“, Gefängnisse oder gewalttätige Gegenden in Großstädten (z.B. Straßengangs oder Mafiaclans). (20 % der Bevölkerung, 5 % der Macht)

4. Das traditionelle konformistische Paradigma (Regeln)

Vor etwa 4.000 Jahren v. Chr. entstand das Zeitalter der Landwirtschaft, Staaten, Zivilisationen, Institutionen, Bürokratien und organisierten Religionen. Das Ego und der Selbstwert sind stark von der Meinung anderer abhängig. Selbstdisziplin und Selbstkontrolle wird gelernt. Konformistische Gesellschaften haben einfache moralische Regeln, Dinge sind entweder richtig oder falsch. Die Kirche ist die maßgebliche traditionelle Organisation der westlichen Welt. Die meisten Regierungsorganisationen, öffentliche Schulen, religiöse Institutionen und das Militär werden heute noch nach konformistischen Prinzipien und Praktiken geführt. In traditionellen Organisationen geschieht das Denken oben, das Tun unten. Es wird ein ganzer Katalog von Regeln formuliert. Die darunterliegende Weltsicht besagt, dass Arbeiter meist faul und unehrlich sind und deshalb klare Vorgaben brauchen. Sie müssen kontrolliert werden und man muss ihnen sagen, was von ihnen erwartet wird. Innovation, kritisches Denken und Selbstausdruck sind nicht wichtig (und werden oft als hinderlich gesehen).

Menschen sind damit zufrieden, in ihrer Rolle zu bleiben und nicht nach Höherem zu streben. Titel, Rangordnungen und Uniformen werden erfunden und angewendet, um die Identifikation mit einer Rolle zu verstärken. Die Mitarbeiter „gehören“ der Organisation und es wird eine lebenslange Beschäftigung erwartet. (40 % der Bevölkerung, 30 % der Macht)

5. Das moderne leistungsorientierte Paradigma (Maschine)

Effektivität ersetzt die Moral. Das Ziel im Leben besteht darin, besser als andere zu sein. Heute ist die moderne Weltsicht wahrscheinlich die dominierende Perspektive bei den meisten Führungskräften in Wirtschaft und Politik. In einer Zeitspanne von nur zwei Jahrhunderten hat uns dieses Paradigma ein nie da gewesenes Ausmaß an Wohlstand gebracht.

Die dunkle Seite des modernen leistungsorientierten Maschinen-Paradigmas ist die Gier der Unternehmen, eine Wirtschaft, die auf künstlichen Bedürfnissen basiert und aus finanzieller und ökologischer Perspektive nicht nachhaltig ist, kurzfristige Politik, Überschuldung, übermäßiger Konsum und die schonungslose Ausbeutung der Ressourcen und Ökosysteme des Planeten. Diese Weltsicht ist durch und durch materialistisch und misstraut jeder Spiritualität und Transzendenz. Unser Ego erreicht hier den Gipfel seiner Dominanz. Mehr wird meist als besser verstanden. Wir leben im Grunde in der Zukunft, vollkommen beschäftigt mit Selbstgesprächen über die Dinge, die wir noch tun müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Es wird eine ganze Anzahl von finanziellen Anreizen geschaffen, um die Mitarbeiter zum Erreichen festgesetzter Ziele zu motivieren und die Personalentwicklung wird ins Leben gerufen. Die Menschen tragen nun eine professionelle Maske (rational, egogesteuert, maskulin) und wechseln alle paar Jahre die Position. (30 % der Bevölkerung, 50 % der Macht)

6. Das postmoderne pluralistische Paradigma (Familie)

Die postmoderne pluralistische Weltsicht hat eine hohe Sensibilität für die Gefühle der Menschen. Sie sucht nach Fairness, Gleichheit, Harmonie, Gemeinschaft, Kooperation und Konsens. Für Menschen, die aus dieser Perspektive handeln, sind Beziehungen wichtiger als Ergebnisse. Pluralistische Führungskräfte sollten dienende Führungskräfte sein, die ihren Mitarbeitern zuhören, sie ermutigen, motivieren und entwickeln. In postmodernen Organisationen folgen Führungskräfte gemeinsamen Werten und Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt und ermutigt, ihren Teil beizutragen. Die Ergebnisse sind oft spektakulär. In vielen Fällen setzen postmoderne Organisationen eine inspirierende Sinnausrichtung ins Zentrum allen Handelns. Geschäftsführer postmoderner Organisationen sagen, dass die Förderung der Kultur und der gemeinsamen Werte ihre wichtigste Aufgabe ist. Für postmoderne Organisationen ist die Sozialverantwortung ein integraler Teil des Wirtschaftens. (10 % der Bevölkerung, 15 % der Macht)

7. Das integrale evolutionäre Paradigma (Integral)

Die nächste Stufe korrespondiert mit der Ebene der „Selbstverwirklichung“ im Modell von Abraham Maslow und wird authentisch, integral oder evolutionär genannt.

Der Übergang zur integralen evolutionären Stufe geschieht, wenn wir die Identifikation mit unserem eigenen Ego überwinden. Indem wir unser Ego aus der Distanz betrachten, sehen wir plötzlich, wie seine Ängste, Ziele und Wünsche oft unser Leben bestimmen. Wir lassen nicht mehr zu, dass seine Ängste reflexhaft unser Leben kontrollieren. An Stelle der Angst tritt die Fähigkeit, der Fülle des Lebens zu vertrauen. Entscheidungsgrundlage in unserem Leben ist die innere Stimmigkeit. Wir fragen uns, wer wir sind, worin unsere Berufung liegt und was unser Sinn in diesem Leben sein könnte. Wir setzen uns keine Lebensziele mehr, die bestimmen, in welche Richtung wir gehen. Stattdessen lernen wir, loszulassen und auf das Leben zu hören, das durch uns gelebt werden will. Wir tauschen Beurteilung gegen Mitgefühl und Wertschätzung. Es findet ein Wandel vom Paradigma des Mangels zu einem Paradigma, das auf unseren Stärken basiert, statt. Hindernisse werden als Botschaften des Lebens gesehen, durch die es uns etwas über uns selbst und die Welt lehrt. Das Denken in Paradoxien, das Sowohl-als auch-Denken löst das Entweder-oder-Denken ab.    

Auf der integralen Ebene macht sich eine tiefe Sehnsucht nach Ganzheit bemerkbar. Für Menschen, die sich in die integrale Stufe hineinentwickeln, wird das Tragen von Masken am Arbeitsplatz so schmerzhaft, dass sie lieber in irdendeiner Form selbstständig arbeiten, um in sich selbst und in Beziehung zum Leben und der Natur und in Beziehung zu anderen Ganzheit zu finden.

Es entsteht eine neue Qualität in Beziehungen, wenn unser Zuhören nicht länger darauf begrenzt wird, Informationen zu sammeln, um besser überzeugen, belehren und ablehnen zu können.

In evolutionären Organisationen, die weniger vom Ego angetrieben werden, können wir darauf hoffen, dass wir einige der dunklen Seiten der vorangegangenen Stufen hinter uns lassen. Die Beziehung zur Macht könnte in grundlegender Weise transformiert werden. Wir können erwarten, dass Sinn mehr als Profitabilität, Wachstum oder Markanteile das Leitprinzip der Entscheidungsfindung sein wird. Vermutlich sind es Orte, an denen Menschen bei der Arbeit vollkommen sie selbst sein können und in nährenden Beziehungen leben. (1 % der Bevölkerung, 5 % der Macht)

 


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